Die Energie- und Informationstechnik von Morgen – schon lange keine Vision mehr

(LS.) "Die Zukunft der Energieversorgung und des Energiestandortes Deutschland" - so lautete das Thema des gemeinsamen Bezirks- und Landesausschusses der Jungen Union Elbe-Weser und Oldenburg, der am Wochenende im „Zentrum Zukunft“ der EWE AG stattfand. Rund 100 Delegierte und Gäste durften nach der Tagung an einer Besichtigung teilnehmen, dessen Höhepunkt eine Fahrt mit dem Elektro-Auto der EWE AG war, das in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Autobauer Karmann entstanden ist.

Dieses Auto wird nur durch elektrische Kraft auf bis zu 140 km/h beschleunigt und hat eine Reichweite von 170 km. Das Tanken bzw. Aufladen der Batterien dauert mit ca. 3.5 Stunden bei einem Starkstromanschluss und ca. 6.5 Stunden bei der normalen Haushaltssteckdose etwas länger. Die Lithium-Ionen-Technik macht es möglich, dass das Auto auch zwischendurch geladen werden kann, ohne dass ein Memory-Effekt bei den Batterien vorkommt.

"Muss man noch einen Startknopf drücken oder ist das Auto bereits an?", fragte Marcel Iden, Stadtverbandsvorsitzender der JU Verden. "Nein, Sie müssen jetzt nur ein wenig Gas geben und schon können sie rückwärts ausparken".
Der Prototyp, mit dem bereits auch schon der Bundespräsident Christian Wulff gefahren ist, fährt fast geräuschlos, die einzigen Fahrgeräusche entstehen durch die Reifen oder die typischen Laute eines Elektromotors.

Bevor das Modellhaus der Zukunft besichtigt werden durfte, gab es Reden vom Vorstandsvorsitzenden der EWE AG, Herrn Dr. Brinker. Er machte den politisch interessierten Gästen deutlich, dass das Thema Energie und Energieeffizienz nicht ohne Internet und Telekommunikation lösbar sei. Das gesamte „Zentrum Zukunft“ kann mit einem Touch-Pad-Handy gesteuert werden. Jedes Gerät aus jedem Winkel des Hauses: vom Schließen der Fenster über den Fernseher, bis hin zum Kochherd, der Kaffemaschine, der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder der Energieanlage im Keller. Egal ob eine Wärmetauschpumpe, die mit Geothermie funktioniert, eine Holzpellets-Anlage, eine Wärme-Anlage mit Sterling-Motor oder die eigene Brennstoffzelle ist. All diese Prototypen stehen im „Zentrum Zukuft“ der Stadt Emstek und sind zum Teil schon auf dem Markt erhältlich. Viele Produkte werden erst in einigen Monaten oder Jahren marktfähig sein.

Martin Bäumer, umweltpolitscher Sprecher der CDU im Niedersächsischen Landtag, machte in seiner Rede deutlich, dass noch viel im Bereich des Netzausbaus zu tun sei. Ebenfalls warnte er vor Panikmache: "Die Energieversorgung ist durch das Konzept der jetzigen Bundesregierung gesichert, weil wir endlich wissen, was wir wollen und in welchem Zeitraum!"

Dr. De Parade, Eigentümer der Energieberatungs-AG "De Parade Consulting" wies darauf hin, dass die Atomtechnik noch nicht am Ende sei: "Wir haben die Dampfmaschine und den Kolbenmotor über Jahrhunderte weiterentwickelt und verfeinert. Hoffentlich erkennen auch andere Ingenieure in der Zukunft, dass die Technologie der Atomenergie gerade einmal 50 Jahre alt ist“ und noch großes Entwicklungspotential besäße.
Die anschließende Diskussion ging dann auch hauptsächlich über das Thema Atomenergie und Endlagerung. Geladen war auch ein Vertreter der Grünen aus dem Landtag, dieser hatte kurzfristig aus persönlichen Gründen abgesagt. Abgesagt hatten auch Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion, weil eine außerordentliche Klausurtagung zum Haushaltsausschuss gleichzeitig stattfand.



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